Südvietnam und das Mekongdelta: Sehenswürdigkeiten und beste Reisezeit
Für Südvietnam reichen vier Tage, um Ho-Chi-Minh-Stadt, die Cu-Chi-Tunnel und einen Tag im Mekongdelta zu sehen. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Dezember bis April, in den übrigen Monaten gehen meist kurze, heftige Schauer am Nachmittag nieder.
Der Süden ist das wärmste und flachste Drittel des Landes. Die meisten Reisenden landen in Ho-Chi-Minh-Stadt, die im Alltag fast jeder noch Saigon nennt, und verbinden die Stadt mit dem Delta und ein paar Tagen an der Küste. Nach Siem Reap in Kambodscha ist es von hier nur gut eine Flugstunde, passende Routen beschreibt unser Ratgeber zur Rundreise Vietnam Kambodscha.
Erste Tauchgänge ohne Tauchschein gehören in der Bucht von Nha Trang zu den beliebtesten Ausflügen.
Südvietnam Sehenswürdigkeiten im Überblick
Saigon. Die Kathedrale Notre-Dame und die Hauptpost aus der französischen Kolonialzeit stehen nebeneinander im Zentrum. Das Museum der Kriegsrelikte zeigt den Vietnamkrieg aus vietnamesischer Sicht, einige Räume sind gerade mit Kindern schwer zu ertragen. In Cholon, dem chinesischen Viertel, liegt der Binh-Tay-Markt, und die Pagode des Jadekaisers ist seit über hundert Jahren ein Ort des Gebets.
Das Mekongdelta. Südwestlich von Saigon fächert sich der Mekong in zahlreiche Arme auf, auf Vietnamesisch heißt er Cuu Long, die „Neun Drachen“. Kanäle, Kokospalmen, Obstgärten und Dörfer auf schmalen Landstreifen prägen eine Landschaft, die sich am besten vom Boot aus erschließt. Ben Tre, rund zwei Autostunden von Saigon, ist der nächstgelegene Einstieg, weiter südwestlich liegt Can Tho mit dem Schwimmenden Markt von Cai Rang.
Nha Trang. Die Küstenstadt liegt eine Flugstunde nördlich von Saigon und ist das bekannteste Tauchrevier Vietnams. Die Tagesboote steuern drei Plätze in der Bucht an, und auch ohne Tauchschein ist ein erster Tauchgang möglich.
Inseln und Strände. Phu Quoc im Golf von Thailand und die Con-Dao-Inseln sind die Badeziele des Südens, beide per Inlandsflug ab Saigon erreichbar.
Mekongdelta: Tagesausflug oder Übernachtung?
Ein Tagesausflug nach Ben Tre ist der übliche Einstieg. Ein typischer Tag beginnt mit einer Karrenfahrt durch die Dörfer, führt zu einem Ziegelofen und zu Werkstätten, in denen Kokosnüsse verarbeitet werden, und dann im Boot über den An-Hoa-Fluss in den Cai-Son-Kanal. Im Ruderboot gleiten Sie durch die schmalsten Wasserwege, zu Mittag essen Sie in einem Bauernhaus.
Eine Übernachtung lohnt sich, wenn Sie einen Schwimmenden Markt sehen wollen. Gehandelt wird frühmorgens, und Can Tho liegt drei bis vier Autostunden von Saigon entfernt, ein Tagesausflug erreicht die großen Märkte also kaum rechtzeitig. Wer wenig Zeit hat, bleibt bei Ben Tre und spart sich die lange Fahrt.
Von etwa August bis November führt der Mekong Hochwasser. Im oberen Delta stehen dann Felder unter Wasser, und die Kanäle sind randvoll. Bootsfahrten finden trotzdem statt, und das Grün der Reisfelder und Obstgärten ist dann am kräftigsten.
Beste Reisezeit Südvietnam
Der Süden kennt kaum Temperaturunterschiede, wohl aber eine Trocken- und eine Regenzeit. Heiß ist es immer.
| Monate | Wetter | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Dezember bis Februar | Trocken, etwas weniger schwül | Beste Zeit für Stadt und Delta |
| März und April | Trocken, sehr heiß | Früh starten, mittags pausieren |
| Mai bis Oktober | Kurze tägliche Schauer | Grünes Delta, volle Flüsse, wenig Gedränge |
| November | Übergang | Regen lässt nach |
Die Regenzeit ist kein Grund, den Süden zu meiden. Die Schauer kommen meist am Nachmittag, den Rest des Tages können Sie gut nutzen. Nur auf Phu Quoc ist die See in der Regenzeit oft rau.
Was sehen in Südvietnam nahe Saigon?
Das wichtigste Ziel ist Cu Chi, etwa 70 Kilometer nordwestlich der Stadt. Die Viet Minh begannen um 1948, die Tunnel gegen die französische Kolonialmacht zu graben, im Krieg gegen die USA wuchsen sie zu einer unterirdischen Stadt mit Küchen, Lagern und Feldlazaretten. Zwei Abschnitte sind für Besucher geöffnet, und wer möchte, kriecht ein Stück durch einen erweiterten Gang.
Ein beleuchteter Gang in Cu Chi. Die Originaltunnel waren noch deutlich enger.
Die Gänge sind niedrig und stickig. Wer unter Platzangst leidet, schaut sich die Eingänge und Fallen über der Erde an, das ist kaum weniger aufschlussreich. Verbinden Sie Cu Chi am besten mit einer Cyclo-Fahrt durch Saigon am Vormittag, dann verbringen Sie nicht den ganzen Tag im Bus.
Anreise nach Südvietnam
Vietnam Airlines fliegt nonstop von Frankfurt nach Ho-Chi-Minh-Stadt, alternativ steigen Sie in Bangkok, Singapur oder am Golf um. Der Flughafen Tan Son Nhat liegt mitten im Stadtgebiet, bis ins Zentrum im 1. Bezirk brauchen Sie je nach Verkehr 30 bis 60 Minuten. Deutsche Staatsangehörige dürfen für touristische Reisen bis zu 45 Tage ohne Visum bleiben, den aktuellen Stand prüft der Visum-Check für Ihren Pass.
Ins Delta und nach Cu Chi geht es auf der Straße. Nach Nha Trang, Phu Quoc und Con Dao fliegen Sie besser, die Flüge dauern jeweils rund eine Stunde und sparen einen ganzen Reisetag.
Rundreise Südvietnam: wie Sie die Tage verteilen
Vier Tage reichen für Saigon, Cu Chi und Ben Tre. Mit sechs bis sieben Tagen kommen zwei Tauchtage in Nha Trang oder ein paar Strandtage auf Phu Quoc dazu. Wer ganz Vietnam sehen will, reist von Norden an: Die meisten Rundreisen beginnen in Hanoi und enden in Saigon, mit Hue und Hoi An dazwischen, wie im Ratgeber zu Zentralvietnam und Hoi An beschrieben. Die Nachbarländer stellt der Ratgeber für Südostasien-Touren vor.
Denken Sie bei Tauchgängen an den Rückflug: Nach dem letzten Tauchgang sollten mindestens 18 Stunden vergehen, bevor Sie fliegen. Planen Sie Nha Trang also nicht am Tag vor Ihrem Weiterflug ein.
Touren in Südvietnam
Alle Reisen mit Hotels und privatem Reiseleiter stehen bei den Vietnam-Rundreisen, für den Süden passen vor allem diese:
- Cu Chi Tunnel und Mekongdelta in 4 Tagen: Saigon mit Cyclo-Tour, die Tunnel von Cu Chi und eine Bootstour ab Ben Tre, mit Hotels, privatem Reiseleiter und allen Transfers.
- Vietnam von Hanoi bis Saigon in 13 Tagen: Die ganze Strecke von Nord nach Süd mit Mai Chau, Ninh Binh, Halong-Bucht, Hue, Hoi An und zum Schluss Saigon und dem Delta.
- Schnuppertauchen in Nha Trang: Zwei oder drei Tauchgänge ohne Tauchschein mit Sailing Club Divers, Ausrüstung, Mittagessen und Abholung im Zentrum inklusive.
Schnorcheln, Ausflüge für zertifizierte Taucher und PADI-Kurse finden Sie unter Tauchen in Nha Trang.
Häufige Fragen zu Südvietnam
Was ist schöner, Nord- oder Südvietnam?
Das hängt davon ab, was Sie suchen. Der Norden hat die eindrucksvolleren Landschaften mit Karstbergen und Reisterrassen, der Süden das lebendigere Großstadtleben, das Delta und die wärmeren Strände. Für eine erste Reise empfehlen wir beides, verbunden über die Mitte des Landes.
Welche Temperaturen herrschen im Januar in Südvietnam?
In Saigon tagsüber meist um 30 Grad, nachts etwa 22 Grad, und es regnet kaum. Damit ist der Januar einer der angenehmsten Monate. Im Delta ist es ähnlich warm, an der Küste weht oft eine frische Brise. Leichte Kleidung und Sonnenschutz reichen.
Welche Strände in Südvietnam lohnen sich?
Phu Quoc hat die bekanntesten Sandstrände und ist von etwa November bis April am schönsten. Die Con-Dao-Inseln sind ruhiger und naturbelassener. Mui Ne an der Küste östlich von Saigon ist bei Kitesurfern beliebt. Saigon selbst hat keinen Strand.
Kann man in Nha Trang ohne Tauchschein tauchen?
Ja. Beim Schnuppertauchen begleitet Sie ein Tauchlehrer, nach einer Einweisung an Bord geht es in geringer Tiefe ins Wasser. Die Gruppen sind klein, und das Boot steuert drei Plätze in der Bucht an. Wer Gefallen findet, kann vor Ort auch einen PADI-Kurs belegen.
Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Reisedaten in die Trockenzeit fallen, und legen Sie dann fest, ob Saigon Start oder Ende Ihrer Route ist.